Surf and Soul – ein persönlicher Erfahrungsbericht

Surf and Soul – ein persönlicher Erfahrungsbericht

Wir hatten ja im letzten Beitrag versprochen, Euch von unserer Erfahrung bei Surf and Soul zu berichten.
Wir hatten eine intensive, spaßige und wohltuende Woche. Ich (Isa) will Euch aus meiner Perspektive davon erzählen.

Wie der Name schon sagt, hat der Kurs zwei Themenschwerpunkte. Surf and Soul. Die beiden Teile sind dabei gut aufeinander abgestimmt und ergänzen sich gegenseitig. Vormittags hatten wir Soul-Zeit. Das heißt, es gab jeden Tag einen Gedankeneinstieg angelehnt an die Exerzitien von Ignatius von Loyola. Seine Gedanken wurden erklärt, in unsere Zeit geholt und in verschiedene Impulse zum persönlichen Nachdenken übersetzt. Nach diesem Einstieg gab es eine gemeinsame Meditations- und Gebetszeit. Bis zum Mittagessen hatten wir dann zwei Stunden Zeit, um uns in Stille unsere eigenen Gedanken zu machen und den in den Impulsen angeregten Ideen zu folgen. Dazu bietet die Lage des Hauses, in dem wir untergebracht waren, die idealen Voraussetzungen. Es steht auf einem weitläufigem grünen Gelände zu dem auch eine schöne Kirche gehört, grenzt direkt an einen kleinen Wald und der Strand ist in 10 Minuten Fußweg zu erreichen. In dieser entspannten Umgebung konnte ich mich wunderbar meinen Gedanken hingeben.
Nachmittags hatten wir dann Surfkurs, in dem wir die Grundlagen des Windsurfens lernten, sodass es am Ende der Woche die Möglichkeit, gab einen Surfschein zu machen.
Zum Abschluss des Tages haben wir uns nochmal in Kleingruppen getroffen, um den Tag Revue passieren zu lassen und uns gegenseitig an den besondern Momenten teilhaben zu lassen, in denen wir wachsen konnten.

Ich habe in der Zeit, neben dem Surfen, viel gelernt und mir einiges wieder bewusst machen dürfen. Zu allererst: Mich zu trauen und mir etwas zuzutrauen. Das habe ich vor allem beim Surfen gemerkt (es hat viel besser geklappt, als ich erwartet hätte) und von da aus kann ich es auch auf mein restliches Leben übertragen. Daran zeigt sich die Stärke des Konzepts. Durch die sportliche Aktivität wird auf der einen Seite die kopflich anstrengende Soulzeit aufgebrochen. Und auf der anderen Seite kann man im Surfen die Impulse vom Vormittag auf einer ganz anderen Ebene erfahren und davon auch etwas auf das Leben übertragen und mit in den Alltag nehmen.
Weitere Dinge, die ich als wohltuend erfahren durfte und in der Woche „üben“ konnte: Sich einlassen, auf das was ist; Sich Zeit nehmen und bewusst nur das tun, was ich gerade tue; (und vorallem bezogen auf mein Gebetsleben) auf Bewährtes zurück greifen und gleichzeitig offen sein für Neues.

Dadurch, dass wir coronabedingt mehr darauf geachtet haben, nicht so viel Zeit als Gruppe in einem geschlossenen Raum zu verbringen, war ich in der ganzen Woche ganz ganz viel draußen und an der frischen Luft. Auch das hat mir total gut getan und wesentlich zur Entschleunigung beigetragen.

Es ist nicht so, dass wir in solchen Kontexten zur Schau stellen, dass wir ein Paar sind. Aber wir verstecken uns auch nicht. Mit anderen Teilnehmenden sind wir im Laufe der Woche darüber ins Gespräch gekommen, unser Hadern mit der Kirche und die schwierigen Jobaussichten. Es hat mich sehr gefreut, dass wir auf viel Verständnis und keinerlei Ablehnung getroffen sind. Das macht mir immer wieder Hoffnung, dass es eben doch nur eine Minderheit der Christ*innen ist, die ein Problem mit Homosexualität hat.

Ein wichtiger Teil meiner Erfahrung in diesem Kurs ist, dass ich nicht alleine dort war, sondern zusammen mit Anna. Es war wichtig für mich und hat unsere Beziehung bereichert, dass wir die Zeit dort zusammen verbracht haben und uns auch über die Impulse und unserer Gedankengänge dazu ausgetauscht haben. Es hat uns gut getan, auf diese Weise nochmal verdeutlicht zu sehen, wo wir Gemeinsamkeiten haben und wo aber auch unsere Unterschiedlichkeiten Bereicherung und Herausforderung sind.

Ich versuche mal eine kurze Zusammenfassung:
Ich habe Surf and Soul als eine gut durchdachte, bereichernde Woche erlebt, in der die spirituellen Elemente der Exerzitien und das Surfen Lernen auf schlüssige Weise verbunden wurden und in der durchgängig die Begeisterung der Verantwortlichen spürbar war.
Danke Esther!
Also wenn Ihr das Bedürfnis nach Pause drücken und mal aufs Leben schauen habt und gleichzeitig Lust auf eine sportliche Herausforderung, dann kann einen Surf and Soul Kurs nur empfehlen.

Ich hoffe, dass die Stärkung und Ermutigung, die ich aus der Surf and Soul Zeit mitgenommen habe, auch im nun wieder beginnenden Alltag anhält und ich mich immer wieder darauf besinnen kann.

Lasst es euch gut gehen! Bis bald im Biergarten
Isa

1 Kommentar

Liebe Isa,
vielen Dank für den schönen Bericht! Es ist mir eine wahre Freude, so zu lesen, was bei einer Teilnehmerin so angekommen ist.
Ich sehe es als meine Aufgabe als Begleiterin dieser Woche, Euch einen Rahmen zu schaffen, in dem Ihr über Euer Leben und Eure Fragen nachdenken könnt, andere Perspektiven und neue Wege aufzuzeigen, Euch aufs Wasser (und damit hinaus ins Weite) zu locken, Stärke erleben zu lassen und Begrenzungen zulassen zu können.
Ignatius nannte das „den Schöpfer mit dem Geschöpf wirken lassen“. Was soll ich mich da also einmischen – und in diesem Sinne: #meingottdiskriminiertnicht.
Geht mutig weiter, das Leben ist bunt!

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